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TILP INFORMIERT:

"Steinhoff-Bilanzskandal" —
Schadensersatz für Aktionäre



WAS IST PASSIERT?

Nachdem die Steinhoff International Holdings N.V. (im Folgenden Steinhoff) den Kapitalmarkt am Abend des 05.12.2017 mittels einer Ad-hoc-Mitteilung über Bilanzunregelmäßigkeiten im Zuge der Erstellung des Jahresabschlusses und den Rücktritt des Vorstandsvorsitzenden Markus Jooste informierte und der Aktienkurs in der Folge dramatisch einbrach, sind in den darauf folgenden Wochen weitere Details an die Öffentlichkeit gelangt.

So müssen die Jahresabschlüsse für die Jahre 2017, 2016 und 2015 neu aufgestellt werden. Darüber hinaus ist es laut offizieller Aussage von Steinhoff nach derzeitigem Stand wahrscheinlich, dass auch die Jahresabschlüsse der Vorjahre neu aufgestellt werden müssen. Diese früheren Jahresabschlüsse beziehen sich auf die Vorgängergesellschaft von Steinhoff, die Steinhoff International Holdings Limited (SIHL). Das Ausmaß der Bilanzunregelmäßigkeiten lässt sich derzeit in Zahlen noch immer nicht exakt beziffern. Gleichwohl darf davon ausgegangen werden, dass die Bilanzen in erheblichem Maße falsch sind. Der Verdacht der in diesem Fall ermittelnden Staatsanwaltschaft Oldenburg, dass überhöhte Umsatzerlöse in die Bilanzen von Konzerngesellschaften eingeflossen sind, scheint sich damit zu erhärten. Zurzeit ermitteln unabhängige Wirtschaftsprüfer den Sachverhalt, um möglichst zeitnah ein genaues Bild von der finanziellen Lage zu zeichnen.

Derweil hat die Kammer für Handelssachen des Amsterdamer Berufungsgerichts (Ondernemingskamer) entschieden, dass Steinhoff die Bilanz des Jahres 2016 mit Blick auf dort enthaltene Aussagen zu den Eigentumsverhältnissen bei der Steinhoff-Tochtergesellschaft Poco zu korrigieren hat.


WAS BEDEUTET DAS FÜR SIE ALS INVESTOR?

Nach unserer festen Rechtsüberzeugung haftet Steinhoff den Investoren auf Schadensersatz, und zwar aufgrund fehlerhafter Kapitalmarktkommunikation und falscher Finanzberichterstattung.

Je nach betroffenem Steinhoff-Finanzinstrument, Erwerbszeitpunkt und Höhe des Anspruchs bieten sich geschädigten Anlegern dabei unterschiedlich gute Erfolgsaussichten und rechtliche Ansätze, ihre Schäden zu kompensieren. Von entscheidender Bedeutung sind hierbei die Transaktionsdaten. Für die rechtliche Beurteilung der individuellen Erfolgsaussichten ist insoweit zwischen den betroffenen Finanzinstrumenten, diversen Schadensperioden und weiteren Faktoren wie beispielsweise dem betroffenen Börsenplatz zu differenzieren.

Auf der Grundlage der bislang bekannten Umstände gilt, dass gute Erfolgsaussichten für all diejenigen Aktionäre bestehen, welche Aktien der Steinhoff International Holdings N.V. (ISIN: NL0011375019) zwischen dem 07.12.2015 und dem 05.12.2017 erworben haben.


WIE ERFOLGT DIE DURCHSETZUNG VON SCHADENSERSATZANSPRÜCHEN?

Unsere Kanzlei hat bereits am 19.12.2017 Klage gegen Steinhoff auf Schadensersatz wegen fehlerhafter Kapitalmarktinformationen eingereicht. Zugleich haben wir mit Klageeinreichung einen Musterverfahrensantrag nach dem Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz (KapMuG) gestellt. Hierdurch haben wir frühzeitig die Weichen dafür gestellt, dass es gegen Steinhoff zu einem Musterverfahren vor dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main kommt. Das Kapitalanleger-Musterverfahren bietet geschädigten Aktionären und Anleihegläubigern die Chance, in ein und demselben Verfahren gemeinsam vor einem Oberlandesgericht zu kämpfen und von diesem Gericht die entscheidenden Tatsachen- und Rechtsfragen für sämtliche geschädigten Anleger klären zu lassen. Es handelt sich bei dem Kapitalanleger-Musterverfahren insoweit um eine "Sammelklage deutscher Prägung".

Dabei können sich Investoren parallel auf mehrere Anspruchsgrundlagen stützen, um ihre Ansprüche zu begründen. So stehen Investoren vor dem Hintergrund der offensichtlich fehlerhaften Finanzberichterstattung insbesondere diverse Anspruchsgrundlagen nach dem Wertpapierhandelsgesetz als Instrument für die Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen zur Verfügung.

Das Klagverfahren richtet sich derzeit allein gegen Steinhoff. Neben der Schadensersatzpflicht von Steinhoff selbst kommt aber auch eine Schadensersatzpflicht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte in Betracht, welche im maßgeblichen Zeitraum damit beauftragt war, die Bücher zu prüfen. Die niederländische Finanzmarktaufsichtsbehörde AFM hat im Dezember 2017 bereits Ermittlungen gegen Deloitte in Bezug auf Steinhoff eingeleitet. Ebenso kommt eine Haftung von Emissionsbegleitern in Betracht. Entsprechendes gilt für eine persönliche Inanspruchnahme der verantwortlichen Steinhoff-Manager. In diesem Zusammenhang kooperieren wir in diesem grenzüberschreitenden Kapitalmarktfall sehr eng mit Kanzleien aus den Niederlanden, Südafrika und den USA zusammen, sowohl um Informationen auszutauschen, als auch um geschädigten Aktionären ggf. Möglichkeiten zu eröffnen, ihre Rechte im Ausland zu verfolgen, soweit sich dies im konkreten Fall anbietet und zweckmäßig erscheint.


WAS KÖNNEN SIE KONKRET UNTERNEHMEN?

TILP bietet Ihnen an, für Sie eine individuelle Handlungsempfehlung zu erstellen. Hierzu möchten wir Sie bitten, dass Sie uns die Wertpapierabrechnungen zu Ihren Transaktionen übermitteln.

Nach Sichtung Ihrer Unterlagen werden wir zugleich die Berechnung Ihres Individualschadens vornehmen. Auf der Grundlage dieser Daten können wir Ihnen zugleich eine konkrete Handlungsempfehlung aussprechen sowie weitere in Betracht kommende Handlungsalternativen aufzeigen.

Hierfür bitten wir Sie, sich zunächst mit Ihrem Namen und Ihrer E-Mail-Adresse sowie Ihrer Telefonnummer zu registrieren. Sofern Sie über eine Rechtsschutzversicherung verfügen, bieten wir Ihnen gerne an, diese um Deckungszusage zu ersuchen.

Dieser Service ist für Sie kostenfrei.

Ihre Ansprechpartner bei TILP


Marvin Kewe

Rechtsanwalt | Fachanwalt für Bank-
und Kapitalmarktrecht

+49 7121 90909 30


UNSERE
VORHERIGEN
BEITRÄGE
06.12.17 — Aktuelle Berichterstattung zum Fall "Steinhoff Bilanzfälschung"

Die Steinhoff International Holdings N.V. (Steinhoff) veröffentlichte am 05.12.2017 um 21.44 Uhr mitteleuropäischer Zeit eine Ad-hoc-Mitteilung mit einer Meldung, die den Kapitalmarkt erschütterte: Hiernach hat der Aufsichtsrat von Steinhoff neue Hinweise auf Bilanzunregelmäßigkeiten erhalten, welchen nachgegangen werden müsse. Die Präsentation der Bilanz wurde deshalb auf unbestimmte Zeit verschoben. Der Vorstandsvorsitzende Markus Jooste räumte zugleich seinen Posten.

Die Nachricht führte am 06.12.2017 zu einem Kurssturz der Steinhoff-Aktie. Die Aktie brach zeitweise um bis zu 70% ein. Innerhalb eines Tages wurde damit ein Milliardenvermögen vernichtet.

Bereits zuvor gab es Spekulationen um Bilanzmanipulationen. So soll der zweitgrößte europäische Möbelkonzern seine Investoren u.a. über große Verschiebungen zwischen verbundenen Unternehmen im Unklaren gelassen haben. Steinhoff hatte die insoweit erhobenen Vorwürfe in Hinblick auf dubiose Geschäftspraktiken allerdings zurückgewiesen. Erst im August dieses Jahres berichtete das Manager Magazin darüber, dass die Staatsanwaltschaft Oldenburg gegen den Vorstandsvorsitzenden des Möbelherstellers sowie gegen weitere Personen wegen des Verdachts der Bilanzfälschung ermittelt. Steinhoff veröffentlichte daraufhin am 24.08.2017 eine Ad-hoc-Mitteilung, in welcher die Darstellungen in der Presse zurückgewiesen wurden: Wesentliche Fakten und Vorwürfe seien falsch oder irreführend, teilte der Konzern mit. Umso überraschender erreichte heute den Kapitalmarkt die Nachricht über die erneuten Hinweise auf Unregelmäßigkeiten in den Bilanzen.

„Nach unserer Rechtsauffassung könnte Steinhoff wegen unrichtiger Kapitalmarktinformationen gegenüber seinen Aktionären schadenersatzpflichtig sein, und zwar im Milliardenbereich“, erklärt Marc Schiefer, Geschäftsführer und Rechtsanwalt der TILP Litigation Rechtsanwaltsgesellschaft mbH.

„Wenn sich die Vorwürfe bewahrheiten, stehen neben der Verletzung von Ad-hoc-Pflichten nach Art. 17 MAR auch Prospektfehler im Raum“, so Schiefer weiter. „Vorliegend gehen wir davon aus, dass dann potentiell jeder Steinhoff–Aktionär – unabhängig vom Kaufzeitpunkt – Ansprüche auf Schadensersatz geltend machen kann. Dieses also seit dem Börsengang im Jahr 2015“, ergänzt TILP Litigation Rechtsanwalt Maximilian Weiss.

Investoren aus dem In- und Ausland haben bereits Kontakt zu TILP aufgenommen. Sollten sich die Vorwürfe weiter erhärten, wird TILP den geschädigten Investoren empfehlen, rechtliche Schritte gegen die Verantwortlichen einzuleiten.

06.12.17 — Wie geht es weiter?

TILP ist bereits beauftragt, die Sach- und Rechtslage zu prüfen. Hierbei geht TILP auf mögliche Schadensersatzansprüche von privaten Anlegern und Investoren, sowie institutionellen Investoren ein, die in Aktien und anderen Finanzinstrumenten der Steinhoff International Holdings N.V. investiert haben. Hierzu prüft TILP derzeit die veröffentlichen Kapitalmarktinformationen und Konzernkennzahlen.

Nach Abschluss dieser Prüfung werden wir Sie mit einer konkreten Handlungsempfehlung kontaktieren. Um dieses tun zu können, bitten wir Sie sich auf dieser Homepage zu registrieren. Wichtig für Sie: Durch die Registrierung fallen für Sie keine Kosten an.